Wenn Weihnachtsmusik die Nerven strapaziert

Der Nikolaus hat unsere Stiefel bereits gefüllt und damit befinden wir uns auf der Zielgeraden vor den Weihnachtstagen. Damit einhergehend ist auch der alljährliche Stress bei der Beschaffung der Weihnachtsgeschenke. Hat man erstmal eine Idee, muss man sich durch die völlig überfüllten Kaufhäuser drängeln, um das passende Geschenk für die Liebsten zu beschaffen. Für knapp zwei Drittel der deutschen Verbraucher (64 Prozent) gehören Weihnachtslieder auch in der Vorweihnachtszeit nicht in die Geschäfte, sondern eher auf den Weihnachtsmarkt. Das sind die Ergebnisse einer aktuellen bevölkerungsrepräsentativen Umfrage, die das auf Klang- und Kommunikationskonzepte spezialisierte Start-up ReAct durchgeführt hat und dafür 1.000 Bundesbürger befragt hat.

„Ob wir uns beim Einkaufsbummel wohlfühlen, hängt maßgeblich von der Akustik ab. Schließlich erreichen uns 40 Prozent alles Sinneseindrücke über das Ohr“, sagt ReAct-Gründer Wilbert Hirsch. „Leider setzen aber noch immer viele Supermärkte und Einzelhändler auf eine großflächige Beschallung in der Dauerschleife oder lassen einfach einen Radiosender laufen“, wundert sich der Klangexperte.

Gerade in Zeiten von Smartphones und umfangreichen Streaming-Angeboten scheint eine eintönige Beschallung in den Geschäften alles andere als zeitgemäß. Laut der ReAct-umfrage würden 66 Prozent der Befragten gerne selber die Entscheidung treffen, wann und in welchem Maße sie Weihnachtliche Musik hören. „Interessant ist dabei, dass dieses Bedürfnis bei allen befragten Altersgruppen gleichermaßen zu finden ist“, so Hirsch weiter. Wer der Weihnachtsmusik komplett entfliehen möchte, muss die Geschenke entweder in Online-Shops bestellen oder gar das Land verlassen. Wenn ihr so richtige Weihnachts-Muffel seid und gerne dem Weihnachtstrubel entfliehen wollt, könnt ihr mit etwas Glück unter www.el-torero.net eure Urlaubskasse auffüllen.

Doch die Musik im Supermarkt oder Kaufhaus empfinden die deutschen Verbraucher nicht nur in der Adventszeit als unangenehm. Rund jeder zweite Befragte ist der Ansicht, dass ihm auch außerhalb der Weihnachtszeit die Musik in vielen Geschäften zu laut ist. „Diese akustische Überlastung sorgt übrigens nicht nur bei den Kunden, sondern auch bei den Mitarbeitern für Stress“, gibt ReAct-Gründer Hirsch zu bedenken. „Zumal neben der Musik ja auch noch ständig nervige Durchsagen über die Verkaufsflächen dröhnen, obwohl es hier längst Konzepte mit intelligenter Soundsteuerung oder auch dem Einsatz von Smart-Watches gibt.“

Ein gutes Zeichen im Sinne der weihnachtlichen Stimmung ist jedoch festzustellen: Das Mitgefühl der Deutschen ist den Verkäuferinnen und Verkäufern auf jeden Fall sicher. Mit 75 Prozent haben drei Viertel der Studienteilnehmer Mitleid mit den Mitarbeitern im Einzelhandel wegen der aktuellen Dauer-Beschallung mit „Last Christmas“, Jingle Bells“ und den weiteren gängigen Weihnachtsliedern. Aber wir wollen ja auch nicht alles schlechtreden, denn ehrlicherweise dürfen die teilweise wirklich schönen Weihnachtslieder spätestens am 24.12. bei der Bescherung nicht fehlen.

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