GEMA und Youtube einigen sich

© greenpapillon- Fotolia.comAm 1.November dieses Jahres haben die GEMA und die bekannte Online-Plattform Youtube einen Lizenzvertrag unterschrieben, der sogar auch für den vertragslosen Zeitraum von 2009 bis heute gültig ist. In den sieben Jahren ist tatsächlich viel passiert – so manches Mal sahen enttäuschte Besucher anstelle des Videos eine Einblendung mit heruntergezogenen Mundwinkeln. Grund dafür war, dass es noch keine Einigung mit der Gema über Gebührenzahlungen gab. Die Gema treibt im Namen von Komponisten und Textern Geld ein, wenn in Deutschland Musik erklingt, welche von den Künstlern stammt. Die Gema wollte lieber per Klick bezahlt werden, während Youtube eine Pauschale entrichten wollte. Die Vereinbarung deckt neben dem herkömmlichen werbefinanzierten Dienst auch den neuen Subscription Service ab, den YouTube bereits in den USA anbietet und der auch in Europa starten soll. „Der Vertragsabschluss mit YouTube ist ein deutliches Signal an alle Online-Plattformen, die ihr Geschäftsmodell mit der Kreativität der Musikschaffenden erfolgreich aufbauen. Die Urheber müssen für die Nutzung ihrer Musikwerke angemessen vergütet werden. Dafür wird sich die GEMA auch weiterhin aktiv einsetzen“, ergänzt Thomas Theune, Direktor Sendung und Online bei der GEMA. Wie in der WAZ berichtet wird, ist davon auszugehen, dass die Einigung irgendwo in der Mitte liegen wird.

Jens Dirksen von der WAZ kommentiert die Situation wie folgt: „Viel wichtiger aber dürfte sein, dass der Streit und das Standbild eines Smileys mit heruntergezogenen Mundwinkeln, das Youtube mangels Einigung immer wieder zeigen musste, unfreiwillig Bewusstseinsarbeit verrichtet haben. Auf den ersten Blick nur ein Ärgernis, vermittelten die Blockade und das längst zum Symbol gewordene Negativ-Smiley nämlich auch eine Ahnung davon, dass es sich bei der viel beschworenen Kostenlos-Mentalität im Internet in Wahrheit oft um Diebstahl geistigen Eigentums handelt. Legendär ist bis heute der Wutausbruch des Buchautors und Sängers Sven Regener, der vor vier Jahren mit energischen Kraftausdrücken darauf hinwies, dass der milliardenschwere Youtube-Eigentümer Google keinen Cent zu verdienen hätte, wenn es all die Kreativen und anderen Urheber nicht gäbe, die für Musik, Texte, Filme und, ja, auch Nachrichten sorgen. Selbst unter jungen Menschen ist der Gedanke, dass man für Unterhaltung aus dem Internet entweder Werbung ertragen oder aber bezahlen muss, zwar noch immer uncool, aber inzwischen nicht mehr völlig undenkbar. Und die Gema, die unter Musikern nicht immer unumstritten ist, hat vorgemacht, wie man auch im Internet die Beziehung von Arbeit und Werten durchsetzen kann.“

So oder so, für die Endverbraucher ist die Einigung eine gute Sache. Denn so bleibt die Enttäuschung zukünftig aus, wenn einem das Anschauen eines Videos verwehrt wird. Youtube wird definitiv keine Sperrtafeln mehr von Musikvideo schalten, auch wenn diese urheberrechtlich geschütztes Repertoire der GEMA enthalten. Wenn Sie im Internet etwas Geld verdienen möchten, können Sie hier um echtes Geld spielen.

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